Logopädie
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| Aphasie --> Erworbene Sprachstörung aufgrund einer neurologischen Erkrankung nach Abschluss des Spracherwerbes. Beeinträchtigt sein kann eine oder mehrere der sprachlichen Modalitäten (Sprechen, Verstehen, Lesen, Schreiben) in unterschiedlichem Schweregrad. |
Symptome
- Wortfindungsstörungen
- Störung der Sprachproduktion (Abweichungen in der Lautstruktur der Wörter)
- Störung des Satzbaus
- Störung des Sprachverständnisses
- Störung des Lesesinnverständnisses
- Störung des Schreibens
- Beeinträchtigung der Kommunikation
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Ursachen
- Schlaganfall
- Schädelhirntrauma
- Hirnblutung
- Tumore
- Entzündliche Erkrankungen (z.B. Multiple Sklerose)
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Therapie
- Krankheitsverarbeitung / Beratung
- Übungen zur Verbesserung der Wortfindung
- Übungen zur Verbesserung des Lesens
- Übungen zur Verbesserung des Schreibens
- Übungen zur Verbesserung des Sprachverständnisses
- Übungen zur Verbesserung der Sprachproduktion
- Mundmotorik
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| Dysarthrie --> Störung des Sprechens aufgrund erworbener Schädigung des Gehirns bzw. der Hirnnerven und der peripheren Gesichtsnerven. |
Symptome
- Steuerung oder Ausführung der Sprechbewegungen kann gestört sein
- Verwaschene bis unverständliche Aussprache
- Störung der Atmung (z.B. Kurzatmigkeit)
- Sprechgeschwindigkeit ist verlangsamt oder beschleunigt
- Stimme klingt leise, heiser, rau oder gepresst
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Ursachen
- Schlaganfall
- Schädelhirntrauma
- Parkinson
- Chorea Huntington
- Multiple Sklerose
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Therapie
- Mundmotorik
- Koordination von Atmung und Stimme
- Verbesserung der Stimmqualität und Artikulationsschärfe
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Schluckstörung (Dysphagie) --> Dys-: miss- oder erschwert, Phagia: essen
Allgemeines: wir schlucken ca. 600 –2000 mal in 24 Stunden. Am Schluckakt sind 25 Muskeln beteiligt sowie 5 Hirnnerven (5., 7., 9., 10., 12.) |
Symptome
- Fremdkörpergefühl im Hals
- Würgen (Regurgitation) und/oder Husten während/nach dem Schluckakt
- belegte Stimme (gurgelig) nach dem Schlucken
- langsame und erschwerte Nahrungsaufnahme und lautes Schlucken
- Schmerzen beim Schlucken
- kompensatorische Mitbewegungen
- häufige Lungenentzündungen - rechts basal - (aufgrund von Aspiration)
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Ursachen
- Neurologische Erkrankungen: z.B. Apoplex, Schädelhirntrauma, neurodegenerative Erkrankungen (ALS, Parkinson, MS,…)
- Verletzungen oder Tumore der am Schlucken beteiligten Organe (Mundhöhle, Rachenraum, Kehlkopf, Speiseröhre)
- Demenz
- Psychische Ursachen: „nicht alles schlucken“ = „sich nicht alles gefallen lassen“ (körperliche Ursachen müssen ausgeschlossen sein)
- Alter (Presbyphagie etwa ab 80 Jahren möglich)
- Infektionen je nach Läsionsort: z.B. Encephalitis, Meningitis, Lyme-Borelliose
latrogene Ursachen: Medikamente z.B. Sedativa, Neuroleptika, bestimmte Antibiotika, Bestrahlung
- Muskelerkrankungen: z.B. Polymyositis, Dermatomyositis, endokrine Myopathien,…
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Diagnostik
- Anamnese
- klinische Bedside-Untersuchung (Aspirationsschnelltest):
Daniels-Test + Sensibilität Pharynxhinterwand testen + Kiefer-/ Schluckkontrollgriff
- Videofluoroskopie (Bariumbreischluck) - pro: alle Phasen sichtbar, contra: Strahlenbelastung, Patient muss sitzen können, Kosten
- Videoendoskopie – pro: längere und regelmäßige Untersuchungen möglich, Effektivität des Schluckens sichtbar, portabel, contra: oralen Phasen nicht einsehbar sowie KK-Ebene während des Schluckens (white out)
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Physiologie:
Präorale Phase (willkürlich): „das Auge isst mit“, Körperaufrichtung, Auge-Hand-Koordination, Kieferöffnung und -bewegung
Orale Vorbereitungsphase (willkürlich): kauen und vermischen der Speise mit Speichel, Zusammenziehen der Speise zu einem Bolus
Orale Transportphase (teilweise willkürlich): Zunge wird gegen den harten Gaumen gedrückt, Bolus wird durch wellenförmige Abrollbewegung nach hinten befördert, sobald dieser die Gaumenbögen und die Rachenhinterwand berührt wird der Schluckreflex ausgelöst
Pharyngeale Phase (unwillkürlich): Velum, Stimmlippen und Epiglottis (passiv) schließen, Kehlkopf hebt sich ca. 2cm (Larynxelevation), obere Ösophagusspinkter öffnet sich, Schlundschnürer befördern Bolus weiter Richtung Speiseröhre
Ösophageale Phase (unwillkürlich): nach Boluseintritt in die Speiseröhre schließt Sphinkter wieder, Verschluss der Atemwege wird aufgehoben, Peristaltik befördert Bolus in den Magen.
Achtung: Schluckstörungen können in allen Phasen des Schluckaktes auftreten! Therapiert werden können jedoch nur Phasen 1-4!
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Gefahr: silent aspiration!!!
Patient zeigt zunächst keinerlei Symptome, später Aspirationspneumonie! Grund sind fehlende Sensibilität und/oder unzuverlässiger Hustenreflex!
6% aller Insultpatienten sterben im ersten Jahr nach Apoplex an chronischer Aspirationspneumonie (Logemann 1979).
Aspiration = Eindringen von Material in den Kehlkopf und Eintritt in die Atemwege unterhalb der Stimmlippen (prä-, intra- und postdeglutitiv)
Penetration = Eindringen von Material in den Kehlkopf oberhalb der Stimmlippen
8 verschiedene Einteilungen durch PAS (Penetrations-Aspirations-Skala nach Rosenbek 1996) möglich
Kostform-Management: „use it or loose ist“
Voraussetzung für die orale Nahrungsaufnahme:
Patient muss Speichel schlucken können
Hustenreflex vorhanden
keine Hinweise auf Aspiration
Patient muss wach sein
Patient zeigt spontan keine gurgelnde Stimmqualität
Konsistenzprüfung (flüssig, breiig, fest) → Kostform empfehlen, Pflege/Angehörige informieren und beraten (z.B. Zitronenstäbchen, Schnabeltasse,…)
Therapiemöglichkeiten:
funktionelle Dysphagietherapie (für eher leichter bis mittel betroffene Patienten, Behandlungsbereiche: restituierende/kausale Verfahren (Mundmotorik, Eisstimulation,…), Haltung, Kompensationsmechanismen (Mendelsohn-Manöver, Supraglottisches Schlucken,…), externe Hilfen (PEG, Kanüle, Trink- und Esshilfen, diätische Maßnahmen,…)
FOTT (basiert auf Bobath-Konzept, für eher schwer betroffene Patienten, Behandlungsbereiche: Ernährung, soz. Aspekte der Nahrungsaufnahme, Mundhygiene, (non-) verbale Kommunikation
Ziel:
individuell auf Patientenbedürfnisse eingehen, um bestmöglichen Gesundheitszustand zu erreichen bzw. zu erhalten
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Sprechapraxie --> Störung der Initiierung und Ausführung der für das Sprechen notwendigen Bewegungsabläufe. Selten tritt sie isoliert auf. Meist tritt die Sprechapraxie in Verbindung mit einer Aphasie auf.
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Symptome
- Suchbewegungen des Mundes
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Faszialislähmung --> Lähmung oder Beeinträchtigung des Gesichtsnervs
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Symptome
- Hängen von Gesichtspartien (Mundwinkel, Auge, Stirn), Sensibilitätsstörungen, fehlender Mund-, Augenschluß unkontrollierter Speichelfluß
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Ursachen
- verschiedene neurologische Störungen wie Schlaganfall
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